Parodontitis 2019-12-10T12:54:00+00:00

Parodontitis

Der gesündeste Zahn hat keine Chance, wenn der Apparat, der ihn hält, nichts taugt. Das, was den Naturzahn im Kiefer an seinem Platz hält, sind: der Kieferknochen, die Zahnhaltefasern zwischen diesem und der Zahnwurzel und das Zahnfleisch, die Gingiva.

Mit eben diesem Halteapparat befasst sich die Lehre von der Zahnumgebung, die Parodontologie. Parodontitis, so die verbreitete, aber nicht ganz korrekte Selbstdiagnose vieler „Zahnfleischbluter“, ist neben der Karies die verbreitetste Zahnerkrankung. Sie ist aber eben nicht eine Erkrankung des Zahnes selbst, sondern setzt als Entzündung am Zahnfleisch an und heißt dann korrekt: Gingivitis; greift der Entzündungsprozess auf das Zahnbett über, handelt es sich um eine Parodontitis und wenn das Zahnfleisch ohne erkennbare Entzündungsanzeichen zurückgeht, um die so genannte Parodontosis.

Parodontalerkrankungen sind in vielen Fällen Ursache für den Zahnverlust besonders bei Erwachsenen ab dem 35. Lebensjahr.

Die moderne Zahnmedizin stellt immer bessere Vorsorge- und Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Um Ihnen eine bestmögliche Behnadlung zukommen zu lassen, bildet sich unser Praxisteam laufend fort. Für eine ausführliche, auf Sie abgestimmte Beratung vereinbaren Sie gerne einen Besprechungstermin mit uns.

Erkrankungen des Zahnhalteapparates sind besonders heimtückisch, da sie meist harmlos und unbemerkt beginnen und oft aus dem Zusammenspiel mehrerer, je für sich nicht ganz so schädlicher Umstände herrühren.

Mangelnde Pflege und Fehlernährung sind hierbei ebenso zu nennen wie innere Erkrankungen des Patienten, Überbeanspruchung und falsche Belastung des Zahnes oder seines Halteapparates etwa durch Zahnfehlstellungen, aber auch manche Folgen zahnärztlicher Arbeiten im Mundraum.

In den weitaus meisten Fällen jedoch beginnt die Erkrankung wie die Karies durch eine übermäßige Bakterienbesiedlung infolge mangelnder Mundhygiene und zu kohlehydrat- oder schlicht zuckerhaltiger Ernährung. In deren Folge bilden sich zunächst Beläge und anschließend Plaque und Zahnstein. Diese harten Beläge schützen die Bakterien gegen die herkömmliche Zahnreinigung, da sie ihnen Halt und Nischen bieten, die die Zahnbürste nicht mehr erreicht. Zuckerhaltige Mahlzeiten, gerade die kleinen Snacks zwischendurch, bieten den Bakterien reichlich Nahrung, regen die Produktion von Schadstoffen an und tragen zur Bildung eines Säureniveaus im Mund bei, das Zahn und Zahnfleisch angreift und im schlimmsten Fall zerstört.

Falsche Belastungen etwa durch Zähneknirschen, Zungenpressen oder aufgrund von Kieferanomalien oder Zahnfehlstellungen, aber auch Unterforderungen durch zu weiche Nahrung oder schadhafte zahnärztliche Versorgungen wie schlechtsitzende Kronen oder defekte Füllungen können Erkrankungen der Zahnumgebung fördern, da sie den Bakterien zusätzliche Schlupflöcher eröffnen.

Systemische Erkrankungen der Patientinnen und Patienten, insbesondere Diabetes sowie einige Magen- und Leberleiden, begünstigen Erkrankungen des Zahnhalteapparates, und auch das Rauchen. In diesen Fällen müssen Zahnärzte und die jeweiligen Fachärzte gemeinsam eine Therapie entwickeln.

Um für jeden Patienten ein individuelles, wirkungsvolles Prophylaxe-Programm erstellen zu können, sind verschiedene Tests und Untersuchungen notwendig. Dazu gehören:
• Gentests und DNS-Bakterientests zur Bakterienbestimmung und Bestimmung der genetischen Veranlagung für Parodontitis und Karies
• Die Aufnahme der Zahnbelagmenge und -verteilung
• Die Sondierung der Zahnfleischtaschen
• Die Beurteilung bereits vorhandener Füllungen, Kronen oder Brücken

Auch Informationen über Ernährungsgewohnheiten, Stress, Rauchen, Allgemeinerkrankungen und Medikamenteneinnahme sind wichtig.

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